Performance in Power BI: Viele Wege führen nach RAM

by Philipp Kremer
3 Monaten ago
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Performance in Power BI: Viele Wege führen nach RAM

Schnelle und zuverlässige Berichte. Das ist das Kernversprechen, das Microsoft den Nutzern von Power BI gibt. Andererseits fällt die Performance bei komplexen Dashboards oftmals schwächer und schwerfälliger aus, als man sich das wünscht. Deswegen zeigen wir in diesem Artikel verschiedene Lösungswege zur Verbesserung der Performance in Power BI.

Versionskontrolle für besser Performance in Power BI

Eine typische Situation in Power BI: Als Nutzer habe ich ein anschauliches Dashboard erstellt. Dafür habe ich passende und überzeugende Visualisierungen gebaut. Jedoch ist die Navigation durch das Dashboard und die Aktivierung der einzelnen Elemente sehr langsam. Dadurch bleiben Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit vollständig auf der Strecke.

Ein allgemeiner aber oftmals wirkungsvoller Schritt ist die Versionskontrolle. Denn sollte irrtümlich die falsche Bit-Version installiert worden sein, wird sich die Performance kaum durch die nachfolgenden Tipps verbessern lassen. Zunächst muss man zur Überprüfung der installierten Version über Datei > Optionen auf Diagnose klicken. Anschließend sollte dort unter Version die aktuell installierte Version angezeigt werden. Ist man mit dem Windows Appstore verbunden, sollte Power BI immer auf dem aktuellsten Stand sein. Schließlich stellt sich das Ganze wie folgt dar, hier im Beispiel die Version von Mai 2019 mit der 64-Bit Variante:

Version Power BI

Genug Arbeitsspeicher für Power BI Desktop?

Eine weitere Quelle für Performanceprobleme in Power BI kann die zugewiesene Größe des Arbeitsspeichers darstellen. Generell sollte die Kapazität des verwendeten Rechners mindestens 4GB betragen. Allerdings sind eher 8GB empfehlenswert. Ist dieses Kriterium erfüllt, sollte der nächste Schritt die Optionen der Datencache-Verwaltung sein. Hier lässt sich der zugewiesene Arbeitsspeicher zum Laden der Daten einstellen:

Arbeitsspeicher Power BI

Schnitzeljagd gefällig? Viele Stellschrauben für mehr Performance

Sollten diese generellen Einstellungen die Performance nicht verbessert haben, gibt es noch einige Optimierungsmöglichkeiten.

  • Sinnvolle und effiziente Datenanbindung in Power BI

Zunächst kann die Datenanbindung in Power BI auf verschiedenen Wegen erfolgen. Beispielsweise sind der Import, die Erstellung einer Direct Query oder ein zusammengesetztes Modell möglich. Hier gilt es grundsätzlich zu klären, welche Transformationsschritte in der Power Query angewendet werden, welchen Umfang meine Daten haben und wie viele Datenquelle ich habe.

Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Das Exportieren von CSV-Dateien aus einem ERP-System und dem darauffolgenden Zusammenführen in Power BI mittels Parameter und Funktionen ist natürlich langsam und nicht effizient. Hier zeigt sich, dass nicht immer Power BI der Performance Bottleneck ist. Insofern ist es oft die Art und Weise, wie und wo Daten entstehen bzw. bereitgestellt werden. Demgegenüber wäre das in einer idealen Welt ein gut strukturiertes, am besten nach Data Vault 2.0 aufgesetztes Data Warehouse mit verschiedenen Data Marts für verschiedene Fachabteilungen.

In der Wirklichkeit sind es fünf Excel Tabellen. Die man mit einem ERP-System wie SAP, einem CRM-System wie beispielsweise Hubspot und noch dem eigentlich nicht mehr vollständigen, weil in die Jahre gekommenen, Data Warehouse zusammenführt und anbindet. Kurzum sorgt das für einiges an Störungspotential und drückt die Performance.

Neben der Datenanbindung als eine Hauptquelle für Performance Probleme in Power BI wenden wir uns nun den eigentlichen Berichten zu. Schließlich gibt es auch hier einige Einstellungen, die wir zur Optimierung nutzen können.

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  • DAX Studio

Um die Performance der Berichte zu optimieren, gibt es mit DAX Studio ein dediziertes Tool. Damit lassen sich die einzelnen Queries hinter den Measures und Visualisierungen auf ihre Performance hin analysieren und optimieren. Der kostenlose Download sollte in jedem Fall einmal genutzt werden. Zum Beispiel um das PBI-Modell einzubinden und die verwendeten Queries zu analysieren.

DAX Studio Power BI
  • Power BI Performance Analyzer

Mit dem Mai-Release ist zu Power BI zudem der Performance Analyzer hinzugekommen. Das Tool ist zur Analyse der Reports gedacht und listet die Leistungsdaten der einzelnen Elemente mit deren Cachingzeiten auf. Dazu muss der Power BI Performance Analyzer einmalig unter Ansicht > Performance Analyzer aktiviert werden:

Power BI Performance Analyzer

Danach steht mir die folgende Oberfläche zur Verfügung:

Power BI Performance Analyzer Interface

Wenn nun Abfragen ausgeführt werden, zeichnet der Performance Analyzer automatisch auf, wie lange Power BI für einzelne Abfragen braucht:

Power BI Performance Analyzer Abfrage

Jetzt kann diese Auswertung kopiert und in Note ++ oder als komplette Abfrage in JSON ausgegeben werden:

Perfromance Analyzer Power BI JSON

Somit lassen sich Abfragen und Visualisierungen danach untersuchen, ob sie für die Verlangsamung des Reports in Betracht kommen. Dieses Vorgehen wird natürlich immer komplexer, je komplexer der Report und die dahinter liegende Datenmodellierung werden.

Weitere Tipps für die Optimierung der Power BI Performance

Zum Schluss noch ein paar Tipps und Tricks, um die Performance Probleme in Power BI anzugehen:

  • Versuchen Sie es ohne komplexe Custom Visuals. Diese können in einigen Fällen die Performance sehr negativ beeinträchtigen
  • Wenn Sie sehr viele Daten in einer Tabelle ausgeben, nutzen Sie den Top-N Filter, um damit die Tabelle nicht erst komplett mit allen Daten in den Cache zu laden
  • Überladen Sie Ihre Berichtsseite nicht mit zu vielen Visualisierungen. Die lassen den Bericht erstens irgendwann sehr unübersichtlich werden und müssen zudem auch jeweils einzeln berechnet werden

Performance in Power BI: Viele Möglichkeiten

Auch wenn hier schon einige Möglichkeiten ausgelotet wurden, ist die Welt der Optimierungen in Power BI noch ein weites Feld. Zumal hier nur die Optionen in Power BI Desktop und noch nicht die Bereiche Service und Embedded in Betracht gezogen wurden.

Es gibt viele Wege, um die Performance von Power BI zu verbessern, weshalb sich Nutzer nicht von den ersten, möglicherweise mühsamen Schritten entmutigen lassen sollten. Insbesondere weil Reporte sehr unterschiedlich komplex sind und daher an verschiedenen Stellen für eine bessere Performance angesetzt werden kann.

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